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Das Wort Pokal wurde vom italienischen Wort “boccale” abgeleitet. Unter dem Namen “boccale” kennen die Italiener ein “bauchiges Trinkgefäß”. Das italienische Wort “boccale” geht wiederum auf den altgriechischen Begriff “baukalis” zurück, damit bezeichneten die Griechen ein Gefäß, welches Wasser und Wein kühlt.Beim Pokal ist die Schale immer durch einen Schaft vom Fuß getrennt. Ein Pokal ähnelt einem Weinglas, ist aber wesentlich größer und meistens aus einem wertvollen Material. Hergestellt werden die Pokale vorwiegend aus Metall wie beispielsweise aus Zinn oder aus Silber. Im 16. Jahrhundert wurden die Pokale mit Edelsteinen oder Perlen verziert. Heute besteht ein Pokal zumeist aus versilberten, eloxierten oder galvanisierten Materialien. Oft wird auch Glas zur Herstellung verwendet, diese Glas-Trophäen sind teilweise mehrfarbig, zudem werden sie aufwendig verziert. Auch im kunsthandwerklichen Bereich werden Pokale angefertigt, als Materialien finden Holz oder Alabaster Verwendung. In einigen Ländern gibt es auch Henkelpokale, die aus Naturmaterialien angefertigt wurden und beispielsweise mit Nussschalen oder Muscheln verziert wurden.
Zum Trinken sind Pokale eher ungeeignet, sie werden hauptsächlich zur Dekoration verwendet. Dabei kann es sich um ein repräsentatives Geschenk handeln, bekannt sind aber die Pokale, die es als Prämie für die Sieger von Sportveranstaltungen gibt. Überreicht werden den Siegern Medaillen, Pokale, Henkelpokale oder Glas-Trophäen, je nachdem um welche Sportveranstaltung es sich handelt. Häufig werden auch Wanderpokale überreicht, in die die Namen der Sieger eingraviert werden. Nachdem jemand den Wanderpokal dreimal oder mehrmals errungen hat, verbleiben auch einige Wanderpokale beim Sieger. Viele Pokale, die bei den Sportveranstaltungen überreicht werden, haben eine prägnante Form. Sie sind relativ groß und oft mit einem eingravierten Muster versehen. Der Schaft zwischen dem Fuß und dem Kelch ist meist sehr kurz und viele haben einen Deckel. Der Griff des Deckels wird häufig durch eine Figur dargestellt, die einen Sportler der bestimmten Sportart darstellt. Beim Fußball ist es beispielsweise ein Fußballspieler und beim Tennis kann es ein Tennisspieler sein. Bei einigen Pokalen befindet sich auf dem Deckel ein Emblem des Vereins oder des Pokalstifters.
Medaillen werden den Siegern von Sportveranstaltungen übereicht. Ebenfalls werden Medaillen im wissenschaftlichen, im künstlerischen oder im kulturellen Bereich an Persönlichkeiten mit einer hervorragenden beruflichen Leistung ausgegeben. Eine Medaille hat die Form einer Münze und besitzt eine Prägung, allerdings hat sie nichts mit einer Geldmünze gemein. Hergestellt werden die Medaillen mit einer Positiv- oder Negativprägung, die sich immer auf beiden Seiten befindet. Häufig werden auf der Medaille kunstvolle Figuren oder Objekte dargestellt. Die Medaillen haben keinen Geldwert und werden nur zu bestimmten Anlässen oder Ereignissen überreicht.
Bekannt sind die Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, die den Besten in einer sportlichen Disziplin bei den Olympischen Spielen, den Weltmeisterschaften sowie den Europameisterschaften übereicht werden. Die Drittplatzierten erhalten die Bronzemedaille, die Zweitbesten erhalten eine Silbermedaille und die Sieger die Goldmedaille. Für herausragende wissenschaftliche Leistungen werden von einigen Städten sowie Organisationen Wissenschaftsmedaillen verliehen. Beispielsweise gibt es von den beiden Hansestädten Bremen und Hamburg die “Senatsmedaille für Kunst und Wissenschaft”. Von der “Deutschen Physikalischen Gesellschaft” wird zum Beispiel die “Max-Planck-Medaille” verliehen, während das Max-Planck-Institut wiederum die Otto-Hahn-Medaille verleiht. Ebenfalls werden in der Mathematik, in der Informatik, in der Psychologie sowie in der Medizin diverse Medaillen für hervorragende Leistungen verliehen. In der Kultur erhalten Schauspieler, Schriftsteller, Sänger und Künstler von diversen Organisationen für ihre herausragenden Leistungen Medaillen. Ebenfalls gibt es im militärischen Bereich Orden sowie Verdienstmedaillen.
Speziell im sportlichen Bereich werden von den zahlreichen Vereinen, Sportverbänden sowie bei Turnieren wie beispielsweise Golf- oder Tennisturnieren Henkelpokale oder Wanderpokale teilweise auch Glas-Trophäen an die Sieger vergeben. Ebenfalls erhalten die Sieger von Autorennen, Fahrradrennen sowie Regatten Trophäen in Form von Pokalen. Zu den bekannten Wanderpokalen zählt sicher der DFB-Pokal sowie der “Coupe Jules Rimet” der Fußballweltmeisterschaft. Allerdings wurde der Wanderpokal “Coupe Jules Rimet” nur bis zum Jahr 1970 vergeben. Seit 1974 gibt es den FIFA-WM-Pokal, den der Sieger behalten kann. Den letzten “Coupe Jules Rimet” gewann im Jahr 1970 die brasilianische Fußballmannschaft, seitdem befindet sich der Wanderpokal in Brasilien. Bei dem “Coupe Jules Rimet” handelt es sich um eine etwa 35 Zentimeter hohe Statue, die aus vergoldetem Sterlingsilber hergestellt wurde und die Siegesgöttin Nike darstellt. Der Sockel besteht aus blauem Lapislazuli. An der Seite des Sockels befindet sich eine Goldplakette mit den Namen der Weltmeister seit dem Jahr 1930. Deutschland gewann den Wanderpokal im Jahr 1954 und Brasilien das dritte Mal im Jahr 1970. Ebenfalls gibt es zur Fußballeuropameisterschaft Wanderpokale, die zu Ehren des Generalsekretärs der “Fédération Française de Footbal”, des französischen Fußballverbandes den Namen “Coupe Henri Delaunay” tragen. Diese Henkelpokale ähneln im Aussehen einer Amphore.
Die Briten mussten für das renommierte Tennisturnier in Wimbledon die Wanderpokale “Field Cup” bereits 1883 sowie “Challenge Cup” 1886 den jeweiligen Siegern überlassen, sie hatten dreimal in Folge gewonnen. Danach wurde vom Club entschieden, dass der neue Pokal “Gentlemen’s Singles Trophy” niemals an die Gewinner ausgegeben wird, da es zu teuer werden würde. Während des Jahres steht der Wimbledon-Pokal im Museum. Sämtliche Namen der Sieger sind in der Schale eingraviert und seit dem Jahr 2009 gab es keinen Platz mehr. Deshalb wurde eine schwarze Sockelleiste mit einem Silberband entworfen, die Platz für die Namen der nächsten Sieger bietet. Der Wimbledon-Pokal besteht aus vergoldetem Silber, ist knapp 47 Zentimeter hoch und besitzt einen Durchmesser von neunzehn Zentimetern. Eingraviert wurde in den Wimbledon-Pokal: “The All England Lawn Tennis Club Single Handed Championship of the World”. Die Sieger erhielten von 1949 bis zum Jahr 2006 eine 21 Zentimeter hohe Kopie des Pokals und seit dem Jahr 2007 ist die Nachbildung des Pokals 34 Zentimeter hoch und enthält alle Namen der bisherigen Sieger.
Neben der deutschen Fußball-Meisterschaft ist der zweiwichtigste Titel im nationalen Fußballsport der DFB-Pokal, der jährlich vom Deutschen Fußball-Bund veranstaltet wird. Bis zum Jahr 1943 hieß der DFB-Pokal noch Tschammer-Pokal. Seit 1935 wird der Fußballpokal-Wettbewerb ausgetragen und Rekordsieger ist seitdem der FC Bayern München mit fünfzehn Titeln. Sechsmal gewann als einziger Spieler Oliver Kahn den DFB-Pokal. Vorbild der “Deutschen Vereinspokalmeisterschaft” war das alljährlich in England stattfindende Pokalendspiel, welches bereits seit 1923 im Wembley-Stadion ausgetragen wird. Bei der ersten Pokalmeisterschaft in Deutschland im Jahr 1935 nahmen über 4000 Mannschaften teil. Der Wanderpokal, der im Jahr 1964 von dem Künstler Wilhelm Nagel entworfen wurde, besteht aus feuervergoldetem Sterlingsilber, er ist 5,7 Kilogramm schwer und hat ein Fassungsvermögen von acht Litern. Die Trophäe ist 52 Zentimeter hoch und wurde zudem mit zwölf Bergkristallen, zwölf Turmalinen sowie achtzehn Nephriten verziert. Im Sockel der Trophäe wurden die Namen der zahlreichen Mannschaften eingraviert, die die Pokalmeisterschaft bisher gewannen. Im Jahr 1991 musste die Sockelfläche für weitere Gravuren erhöht werden, die jetzige Sockelfläche reicht für die kommenden Gravuren bis 2020. Kunstexperten schätzen den Wert des DFB-Pokals auf über 100.000 Euro.
Zu den ältesten Wanderpokalen zählt der “America’s Cup”, dabei handelt es sich um die älteste Segelregatta. Ursprung war die erste Regatta um die Insel “Isle of Wight” in Großbritannien im Jahr 1851. Damals luden die Engländer im Rahmen der ersten Weltausstellung in London die Amerikaner ein, mit einer Jacht nach England zu kommen, um sich in einer Regatta zu messen. Gewonnen wurde die Regatta von dem US-amerikanischen Schoner “America”, der dem “New York Yacht Club” gehörte. Diese Jacht wurde Namensgeberin der Regatta “America’s Cup”, die seit 1870 regelmäßig ausgetragen wird. Den Wanderpokal erhielt der erfolgreiche “New York Yacht Club”, allerdings mit einer Auflage. Jede andere Nation konnte die Sieger herausfordern, wie die Stiftungsurkunde “Deed of Gift” besagte. Von 1851 bis 1983 verteidigten die US-Amerikaner den Cup 132 Jahre lang, allerdings fanden nur 25 Wettbewerbe statt. Im Jahr 1987 gewannen die Australier und von 1988 bis 1995 wieder die US-Amerikaner. Neuseeland gewann den Cup 2000 und 2003 und zurzeit befindet sich der Cup in der Schweiz, die 2007 und 2010 mit der Alinghi gewann. Bei dem Wanderpokal handelt es sich um eine knapp 70 Zentimeter hohe Kanne aus versilbertem Zinn. Entworfen und hergestellt wurde der Henkelpokal für den “America’s Cup” von dem Juwelier R.&G. Garrard im Jahr 1848 in London und gestiftet wurde der Henkelpokal von Lord Anglesey. Genannt wird er auch “the auld mug” oder “ die bodenlose Kanne”, da er zu Beginn keinen Boden hatte. Im Jahr 1958 wurde ein Sockel für die weiteren Gravuren darunter montiert, seitdem ist er nicht mehr bodenlos. Zurzeit wird der Wanderpokal im Klubhaus des Vereins “Société Nautique de Genève” ausgestellt.
Bei vielen Meisterschaften werden auch häufig Glas-Trophäen an die Sieger vergeben. Die Glas-Trophäen bestehen zumeist aus wertvollem Glas wie beispielsweise Murano-Glas und sind zum Teil mundgeblasen. Ebenfalls werden die Glas-Trophäen, die es auch in Form von Schalen gibt, kunstvoll verziert. Henkelpokale werden ebenfalls aus Glas angefertigt, allerdings keine Wanderpokale.